Social Bots: Automatische Manipulation auf Facebook & co.

Ein "Social Bot" verhält sich wie ein Mensch
Ein „Social Bot“ verhält sich wie ein Mensch

Social Bots werfen viele Fragen auf. Was ein Roboter ist, dürfte dagegen jedem klar sein. Von diesem Wort stammt auch das Wort Bot ab. Ein Bot ist ein automatisches Computerprogramm. Es arbeitet bestimmte Aufgaben ohne Zutun des Menschen ab. Auch im Internet gibt es Bots für unterschiedliche Zwecke. Beispielsweise Eingangsbestätigungen bei E-Mails. Oder Sprachcomputer am Telefon („Drücken Sie die 1, falls Sie Fragen zur Rechnung haben“). Solche Bots können nützlich sein.

Armeen von manipulativem Bots

Es gibt aber auch Bots mit weniger guten Absichten. Manche versenden Spam-Emails. Andere versuchen, bestimmte Internetseiten durch sehr viele Anfragen zu überlasten. Im Zusammenhang mit Fake-News geht es meist um sogenannte Social Bots. Sie sind in sozialen Netzwerken aktiv. Darunter beispielsweise Facebook, Twitter, und Online-Foren. Nach außen verhalten sie sich wie ein echter Mensch. Es werden Beiträge geschrieben, kommentiert, geteilt und so weiter. In Wahrheit steckt ein Computer dahinter.

Und bei nur einem Computer bleibt es selten. Meistens werden mehrere Bots zu einem Bot-Netz zusammengeschlossen. Eine Gruppe von Bots arbeitet dabei zusammen, um ein bestimmtes Ziel zu erfüllen. Man kann sie sich wie eine Armee vorstellen: Der Schöpfer erteilt per Programm Befehle, die alle Bots blind ausführen. Etwa das Kommentieren eines Beitrages, um Propaganda zu verbreiten.

Soziale Bots sind bereits Alltag

Hierbei handelt es sich mitnichten um Fiktion: Bereits 2011 arbeitete die NSA an einer Software zur verdeckten Manipulation von sozialen Netzwerken. Auch der Missbrauch ist keine Zukunftsmusik. Die Beeinflussung von Online-Diskussionen war das Ziel der damaligen Operation. Außerdem sollte Pro-Amerika Propaganda verbreitet werden. Es wurden nicht nur Fake-Konten erstellt. Sondern ganze Persönlichkeiten mit überzeugendem Hintergrund sowie einer überzeugenden Vergangenheit. Außerdem kommen VPNs zum Einsatz, um ein anderes Herkunftsland vorzugaukeln. Für einen außenstehenden Bürger unmöglich zu erkennen.

Mehr als 1/3 der Trump-Tweets stammen von Bots

Nicht nur Geheimdienste versuchen, die Bevölkerung auf diese Art zu manipulieren. Mehr als 37 % aller Tweets, die Trump unterstützen, stammen nicht von Menschen. Bei seiner Gegnerin Hillary Clinton waren es immerhin noch 22,3 Prozent. Dies stellte die Oxford-Universität Ende 2016 in einer Studie fest. In Deutschland lehnen dagegen nahezu alle Parteien den Einsatz von Bots in sozialen Medien ab. Lediglich die AfD gab an, sie definitiv einzusetzen. Später lehnte aber auch sie die Manipulation der öffentlichen Meinung durch Bots ab.

Weitere Alltagsbeispiele

Es gibt einige weitere Fälle sozialer Manipulation durch Bots. Auch beim Brexit scheinen Social Bots Stimmung gemacht zu haben. Hierfür hat eine Studie für 7 Tage die Twitter-Nachrichten analysiert. Selbst Dating-Portale sind nicht vor ihnen sicher. 2015 wurde das Seitensprung-Portal Ashley Madison gehackt. Der Angreifer veröffentlichte alle Nutzerdaten. Eine Analyse zeigte: Rund 70.000 Konten waren Bots vom Betreiber.

Es wird geschätzt, dass sich der Anteil von Bots stark erhöht hat – auf bis zu 60 Prozent. Soziale Netzwerke sind ein lohnendes Ziel. Sie genießen eine hohe Verbreitung in der Bevölkerung. Es gibt natürlich noch mehr Beispiele als die hier gezeigten. Dazu ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Denn die Bots lassen sich nur schwer erkennen.

Einige Experten sehen in diesem Trend eine Gefahr für Freiheit und Demokratie. Diese Sorgen sind nicht unberechtigt. Schließlich lassen sich Menschen als Gruppengänger durch Meinungen anderer beeinflussen. Gute Bots wie Siri oder Cortana zeigen, wie weit die Technik bereits ist.