EU-Sondereinheit kämpft gegen Fake-News

EU-Sondereinheit kämpft gegen Fake-News

Mittlerweile setzten sich auch eine EU-Sondereinheit für korrekte Nachrichten ein. In einem Brüssler Großraumbüro sitzen ein Dutzend Beamte an Computern. Dort werden Internetseiten, soziale Medien und andere Presseartikel gesichtet.

Tier-Kannibalismus, Heroin und Flüchtlingsmorde

Viele der Beispiele lesen sich reißerisch. So hätten angeblich Bürger in Dänemark ihre Haustiere in Zoos abgegeben. In den Zoos wurden die Tiere getötet und zur Fütterung verwendet. Arabische Flüchtlinge hätten laut Medieninformationen einen Doppelmord an zwei jugendlichen Tschechen auf offener Straße begangen. Manche Berichte enthalten sogar Unterstellungen zur EU. So war zu lesen, die Ukraine würde massenhaft Heroin nach Europa schmuggeln. Diese Informationen stammen angeblich von der Europäischen Union, die dagegen etwas unternehmen wolle.

Alle drei sogenannten News haben eines gemeinsam: Sie sind gar keine. Die Anti-Lügen-Einheit hat alle Fälle geprüft und konnte keinerlei Belege finden. Weder das Verfüttern von Haustieren, noch der Doppelmord oder das in die EU eingeschleuste Heroin sind je passiert. Und das ist keine Seltenheit. In nur zwei Jahren hat die Task-Force insgesamt 3.000 Fälle gezielter Desinformation festgestellt. Wohlgemerkt gezielt. Es handelt sich also um keine Fehler. Stattdessen wollten die Schöpfer bewusst falsche Nachrichten verbreiten.

Was nützt die EU-Sondereinheit?

Selbstverständlich finden und enttarnen die Ermittler nicht alle Manipulationsversuche. Dafür ist die Masse viel zu groß. Man muss daher mit einer hohen Dunkelziffer rechnen. Aber auch bei den gefundenen Fälschungen ist der Nutzen fragwürdig. Die Prüfung kostet Zeit. Bis eine Falschmeldung eindeutig enttarnt wurde, haben tausende sie bereits geteilt. Dank Sozialer Netzwerke wie beispielsweise Facebook schnell geschehen.

Wiederlegte Fakes erreichen nicht alle Leser. Laut eigenen Erfahrungen wollen viele unliebsame Wahrheiten nicht hören. Wer beispielsweise gegen Flüchtlinge ist, glaubt eine Falschmeldung zu dem Thema leichter. Ignoriert aber die anschließende Korrektur, wenn sich die Informationen als falsch herausstellen. Dennoch wurde das Budget der Einheit für die Jahre 2018 und 2020 erhöht.

Mehr Verantwortung für die Medien

Die Zuständige EU-Kommissarin sieht daher nur einen Weg: Die Medien müssen mehr Verantwortung übernehmen. Noch gibt es keine verbindlichen Gesetze. Nur Selbstverpflichtungen wie der journalistische Kodex. Vor allem Soziale Netzwerke hat die EU im Auge. Social-Medien Firmen haben laut ihren Angaben politische Kampagnen gefördert. Das bringt Geld, aber gefährdet auch die Demokratie. Vor dem US-Wahlkampf warben etwa viele dubiose Internetseiten für Donald Drump. Die Kommission befürchtet daher Fake-News für die bevorstehenden EU-Wahlen im Jahre 2019.

Ein Problem für Freiheit und Datenschutz?

Fake-News sind zu einem Buzzword geworden. Vergleichbar mit der Terrorbekämpfung. Beide Schlagworte werden genutzt, um neue Gesetze zu begründen. Sie schränken aber meist die Freiheit der Bürger ein. Bekanntestes Beispiel ist das umstrittene Netzwerkdurchsuchungsgesetz. Offiziell soll es Hassäußerungen im Internet unterbinden. Das Gesetz kann aber auch zur Zensur missbraucht werden. Selbst in Brüssel wird dieser Alleingang von Deutschland daher kritisch gesehen.

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