Fake-News 1990: Der zweite Golfkrieg

Die Brutkastenlüge aus dem zweiten Golfkrieg gilt als Paradebeispiel für gezielte Desinformation und die Manipulation der Medien. Und das in verschiedener Hinsicht. Betrachten wir zunächst den Kontext, um die Brutlastenlüge besser einordnen und verstehen zu können. Der erste Golfkrieg lag erst zwei Jahre zurück. Er war äußerst brutal und forderte 400.000 Todesopfer, sowohl im Iran als auch dem Irak. Iraks Diktator Hussein wirft Kuwait eine Verletzung der OPEC-Förderquote vor. Außerdem würde Kuwait schräg unter der Landesgrenze bohren und so dem Irak Erdöl stehlen. Er kündigte militärische Maßnahmen an. Die USA waren zumindest informiert. Ihre genaue Rolle ist bis heute jedoch umstritten.

Hussein zieht gegen Kuwait in den Krieg

Am 02.08.1990 marschierte Hussein mit 100.000 Soldaten in den Irak ein. Der damalige US-Präsident Genorge Bush Senior verurteilte den Krieg sofort als Bruch der UNO-Charta. Dies war zwar korrekt. Allerdings haben die USA selbst das Kriegsverbot der UNO schon dutzende Male missachtet. Und zudem ihr Veto-Recht missbraucht, um für diese Kriegsverbrechen nicht bestraft zu werden. Im Falle des Irak regierte der UNO-Rat überraschend schnell: Noch am Tag der Kriegserklärung wurde der Irak aufgefordert, seine Truppen bis zum 15.01.1991 aus Kuwait abzuziehen. Der Diktator Hussein ignorierte die Frist.

Kuwait und USA nutzen Fake-News zur Manipulation

Viele US-Amerikaner waren kriegsmüde. Die USA verbünden sich daher mit Kuwait. Beide beauftragen die Pr-Firma Hill & Knowlton. Die Firma erhielt 10 Millionen Dollar, um eine große Welle der Desinformation zu starten. Als Ergebnis entwickelte Hill & Knowlton die sogenannte Brutkastenlüge: Ein 15-Jähriges Mädchen namens Nayirah sagte am 10. Oktober 1990 vor dem US-Menschenrechtsausschuss aus. Nayirah arbeitete in einem Krankenhaus in Kuwait. Sie sah, wie Irakische Soldaten Säuglinge aus den Brutkästen nahmen und die Babys auf den Boden schlugen.

Präsident Bush wiederholte diese Geschichte unzählige Male in den Medien. Er fügte sogar hinzu, dass 312 Neugeborene durch irakische Soldaten ermordet wurden. Die Medien nahmen diese Geschichte bereitwillig an. Der Irak galt fortan als Barbar und Hussein wurde als Nachfolger von Hitler betrachtet. Erst nach dem Krieg wurde bekannt, dass die Brutkastengeschichte eine perfide Lüge war. Nayirah hieß in Wirklichkeit Nijirah al-Sabah. Auchhatte sie nie in einem kuwaitischen Krankenhaus gearbeitet. Stattdessen ist sie die Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA.

Fake-News führen in den Krieg

Vor dem Krieg wurde kaum an den USA gezweifelt. Die Vereinigten Staaten von Amerika konnten 22 Länder für den Krieg begeistern. Darunter auch viele EU-Länder wie unter anderem Großbritannien, Frankreich, Spanien oder die Niederlande. Insgesamt erreichten sie eine Truppenstärke von fast 1 Million Soldaten. Deutschland stellte keine Soldaten, zahlte jedoch stattdessen Milliardenbeiträge für den Krieg. Ab dem 17.01.1991 wurden Kuwait und der Irak mit starken Luftangriffen bombardiert. Formell war dies einer der wenigen US-Kriege, die laut internationalem Recht nicht als illegal betrachtet werden – Von der vorausgehenden Brutkastenlüge abgesehen.

Der Krieg wird durch manipulative Berichterstattung beschönigt

Gegen die große Kriegsmaschinerie der USA hatten sowohl Irak als auch Kuwait wenig entgegenzusetzen. Auf ihrem Rückzug steckten Soldaten die kuwaitischen Erdölfelder in Brand und erzeugten große Rauchwolken. Schnell verbreiten sich diese Bilder auf der ganzen Welt. Doch alleine im Irak haben 85.000 Menschen ihr Leben verloren. Überwiegend Zivilisten. Und das, obwohl der Krieg nach nur 3 Monaten beendet war. Auf Seiten der NATO-Länder kam es nur zu rund 300 getöteten Soldaten. Diese Seite des Krieges wurde in den Medien aber nahezu vollständig verschwiegen. Die Bevölkerung bekam den Eindruck eines „sauberen Krieges“, der nur Sachschäden verursacht hat. Aber keine grausamen Kriegsopfer. Dies ist schlichtweg falsch und geht in Richtung Kriegsverherrlichung.

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